„LICHT-AN Aktion“ zum Tag der Demokratie bringt Schülerlampen gegen Rassismus und für ein Zusammenleben in Vielfalt zum Leuchten

04.10.21 12:46 von Gizem Weber (Kommentare: 0)

© Gülşah Alkaya/DTI

Schüler:innen der Justus-von-Liebig Schule (JvLS) haben mit ihrer Lehrerin Bettina Schroth insgesamt 19 elektrische Lampen als Zeichen gegen Rassismus entworfen. Unterstützt wurden die Aktion durch das Deutsch-Türkische Institut für Arbeit und Bildung e.V (DTI) und die dortige Projektleiterin Gülşah Alkaya, den Künstler Volkan Pekgeldi sowie durch das Modehaus Engelhorn. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung des DTI und des Nationaltheaters Mannheim (NTM) am 2. Oktober 2021 im MARCHIVUM wurden die 19 Lampen zum Leuchten gebracht. Das Projekt wurde von der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke mitfinanziert.

MANNHEIM. Am 2. Oktober 2021 hat die Klasse „einjährige Berufsfachschule Farbtechnik und Raumgestaltung“ der Justus-von-Liebig-Schule, einer Partnerschule des DTI, Lampen mit Motiven und Botschaften aus dem Grundgesetz zum Leuchten gebracht. Die Lampen wurden im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung im MARCHIVUM den 82 anwesenden Mannheimer Bürger:innen vorgestellt. Einige Exemplare sind noch bis zum 15. Oktober in einem Schaufenster des Modehauses Engelhorn zu sehen.

Bei der Abendveranstaltung hielt Juristin Ruhan Karakul einen Impulsvortrag mit dem Titel „Gleichheit in bester Verfassung? Die Realität des Artikels 3 Grundgesetz”. Sie betonte, dass die Gleichberechtigung in Deutschland bei vielen Merkmalen unterdurchschnittlich sei, was sie mit Hilfe von Statistiken verdeutlichte. Auch wenn Artikel 3 Grundgesetz die Gleichberechtigung von Frauen und Männern normiert und das menschenrechtliche Diskriminierungsverbot enthält, wird an vielen Stellen deutlich, dass Deutschland noch einen langen Weg vor sich hat. In ihrem Vortrag hat die Engagierte im Bereich Antirassismus/Antidiskriminierung bspw. die fehlende Vielfalt im Bundestag, die Reformbedürftigkeit des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und die Bemühungen der queeren Community um eine Erweiterung von Artikel 3 GG um das Merkmal der sexuellen Identität erörtert. Sie forderte zu „kämpferischen Anstrengungen“ bei der Umsetzung dieser Ziele auf.

Ergänzt wurde ihr Vortrag durch einen künstlerischen Beitrag des Mannheimer Stadtensembles (Vittoria Mensah, Esra Uyar, Obada al Syah, Anatoli Rabinstein, Ebru Eren und Beata Anna Schmutz) aus dem Stück „Wir sind so frei“, welches sich mit der Würde des Menschen auseinandersetzte (aus Artikel 1 des Grundgesetzes). So sollte der Blick für die Dinge geschärft werden, die für ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt notwendig sind, und aufgezeigt werden, wie wir uns allen Formen der Diskriminierung, insbesondere dem Rassismus, entgegenstellen können.

Die Veranstaltung wurde eingeleitet mit einer thematischen Einordnung durch den Ersten Bürgermeister der Stadt Mannheim, Christian Specht, der auf die gegenwärtigen Gefahren für die Demokratie hinwies, etwa durch die „Querdenkerbewegung“.

Grußbotschaften sprachen sowohl der Direktor des MARCHIVUM, Prof. Dr. Ulrich Nieß , der DTI-Vorstandsvorsitzende, Mustafa Baklan , der Intendant des Schauspielhauses des Nationaltheaters Mannheim, Christian Holtzhauer , und die künstlerische Leiterin des Mannheimer Stadtensembles, Beata Anna Schmutz.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Gizem Weber (DTI) und Sophie Kara (NTM). Die Gäste der Veranstaltung wurden mit einem Zitat des chinesischen Philosophen Konfuzius verabschiedet: „Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen“.

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung des DTI und des Nationaltheaters Mannheim (NTM) am 2. Oktober 2021 im MARCHIVUM wurden die 19 Lampen zum Leuchten gebracht.

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